Worauf es beim Praktikantenvertrag ankommt

Ein Praktikantenvertrag muss ordentlich geregelt sein, damit Arbeitgeber und Praktikant abgesichert sind. Hier gibt es wertvolle Tipps zum Vertrag.

In der Praxis kommt es relativ häufig vor, dass Praktikanten einfach zur Arbeit gehen, ohne dass je ein richtiger Vertrag getroffen wurde. Vor allem bei kleineren Unternehmen werden oftmals nur mündliche Absprachen getroffen, was im Grunde auch kein Problem darstellt - zumindest sich Betrieb und Praktikant gut miteinander verstehen.

In größeren Unternehmen sieht es ganz anders aus. Dort kommt es relativ häufig vor, dass ein Vertrag, der so genannte Praktikantenvertrag geschlossen wird. Im Wesentlichen kann er mit einem Arbeitsvertrag verglichen werden. In ihm werden die Rechte und Pflichten des Praktikanten geregelt. Meist ist auch genau festgehalten, welchen konkreten Aufgaben er nachzugehen hat und auf welchen Zeitraum das Praktikumsverhältnis befristet ist.

Alles in allem ist es so, dass Verträge sehr hilfreich sein - und das für beide Seiten. Gerde weil die Rechte und Pflichten genau definiert werden, gibt es später weniger Unklarheiten. So gesehen kann allen Praktikanten und Unternehmen nur dazu geraten werden, Verträge zu schließen.

Den Vertrag genau lesen

Natürlich ist ein Praktikumsvertrag nur dann von Nutzen, wenn er fair gestaltet ist. Doch leider ist dies nicht immer der Fall. Jedem Praktikant kann deshalb nur der Ratschlag erteilt werden, sich im Vorfeld zu informieren bzw. sich Zeit zu nehmen, um den Vertrag genau zu lesen. Sollte man darin auf Klauseln stoßen, die man nicht versteht oder die einem nicht zusagen, gilt es diese anzusprechen.

Eine offene Kommunikation hilft im Normalfall immer weiter. Es ist nicht so, dass Vertragsinhalte und Formulierungen grundsätzlich in Stein gemeißelt sind. Es ist durchaus möglich, Änderungen vorzunehmen, damit am Ende niemand benachteiligt ist. Wichtig ist nur eine Ansprache der Punkte, damit niemand übergangen wird.

Wenn Unternehmen keinen Praktikantenvertrag bzw. keine Vorlage besitzen

Es ist natürlich auch schon vorgekommen, dass Praktikanten einen Vertrag schließen wollen und der Arbeitgeber dann einräumte, dies normalerweise nicht zu tun. Häufig lassen sich die Betriebe nicht einfach zu diesem Schritt zwingen, weil die Vertragserstellung an einen gewissen Aufwand gekoppelt ist. Dementsprechend bleibt meist nur eine Möglichkeit: Der Praktikant besorgt einen Standardvertrag, den das Unternehmen hoffentlich gewollt ist, zu unterschreiben bzw. zu akzeptieren. Für so manchen Praktikanten kann dieser Schritt sehr wichtig sein, weil beispielsweise die Hochschule (meist Fachhochschulen) einen Praktikumsvertrag als Praktikumsnachweis sehen möchte.

Sollte man dazu angehalten sein, einen Praktikantenvertrag zu besorgen, tun sich verschiedene Möglichkeiten auf. So bietet es sich an, online bzw. im Internet nach Vertragsvorlagen zu suchen. Inzwischen gibt es einige Karriereportale, auf denen man Praktikantenverträge als Muster oder auch als kostenlose Vorlagen findet. Auf Basis dieser Dokumente kann man dann selbst einen Vertrag aufsetzen. Allerdings ist es wichtig, sich die Beispielverträge genau anzusehen und wirklich nur die Punkte zu übernehmen, die man auch tatsächlich versteht.

Sollte die Hochschule auf ein Vertragswerk bestehen, kann man sich auch dort nach einem Mustervertrag erkundigen. Mittlerweile sind die meisten Hochschulen auf dieses Thema gut vorbereitet, sodass man ggf. auf diesem Weg fündig wird.