Worauf man beim Langzeitpraktikum aufpassen sollte

Ein Langzeitpraktikum kann gut für die Karriere sein. Allerdings müssen Praktikanten wissen, worauf sie sich einlassen und ihre Entscheidung abwägen.

Dass immer häufiger von der Generation Praktikum gesprochen wird, ist überhaupt kein Wunder. Zum einen hat man es heutzutage als Bewerber relativ schwer, wenn man keine Praktikumserfahrung vorweisen kann. Zum anderen gibt es zunehmend mehr Unternehmen, die bewusst auf Praktikanten setzen, um auf diesem Weg an günstige Arbeitskräfte zu gelangen.

Einige Unternehmen gehen sogar soweit, dass die so genannte Langzeitpraktika anbieten. Im Prinzip gibt es zum Begriff Langzeitpraktikum gar nicht viel zu sagen. Letzten Endes handelt es sich um ein Praktikum, das sich über einen längeren Zeitraum erstreckt. Um welche Länge es genau geht bzw. ab welchem Punkt von einem Langzeitpraktikum gesprochen werden kann, hängt wiederum vom Einzelfall ab. Für einen Schüler kann dies bereits der Fall sein, wenn das Praktikum länger als vier Wochen andauert. Für Studenten ist es hingegen normal, ein Praktika abzuleisten, die ein Semester andauern. Erst wenn der Zeitraum eines Semesters überschritten ist, ist meist von Langzeit die Rede.

Lange Praktika haben ihre Reize

Wenn ein Student die Möglichkeit erhält, ein Praktikum abzuleisten, welches sich über einen vergleichsweise langen Zeitraum erstreckt, ist dies zunächst einmal als positiv zu bewerten. Schließlich bedeutet ein langer Zeitraum, viel lernen zu können. Zudem wird man intensiver in das Unternehmen oder die Organisation eingebunden, was im Hinblick auf die Bedeutung der Praktikantenstelle nicht zu unterschätzen ist. Im Grunde ist ein Langzeitpraktikum ein Indiz dafür, dass man auch als Praktikant gut eingebunden und somit Verantwortung tragen wird.

Wo die Risiken beim Langzeitpraktikum liegen

Auf der anderen Seite bringt eine lange Praktikumsdauer nicht nur Vorteile mit sich. Die lange Zeit, die man im Unternehmen verbringt, kann unter Umständen an anderer Stelle fehlen, weil sich beispielsweise das Studium verlängert. Des Weiteren kann es passieren, dass das Praktikum unbezahlt oder schlecht bezahlt ist. Dann gilt es natürlich aufzupassen bzw. sich zu überlegen, ob die Teilnahme wirklich einen Sinn ergibt. Kurzfristig ohne Bezahlung zu arbeiten, kann sich durchaus lohnen, weil beispielsweise der Lebenslauf maßgeblich aufgebessert wird. Anders sieht es hingegen aus, wenn viel Zeit investiert werden muss und sich dies am Ende kaum bezahlt macht.

Deshalb sollte sich jeder Interessent genau überlegen, ob die Praktikumsstelle wirklich zu ihm oder ihr passt. Wenn der Job wirklich gut ist und sich voraussichtlich die Chance ergibt, anschließend im Unternehmen einzusteigen oder bei einem Wettbewerber einen guten Job zu erhalten, kann sich die Teilnahme am Praktikum lohnen. Ansonsten gilt es vorsichtig zu sein.

Sonderfälle können natürlich bestehen, wenn die lange Praktikumsdauer vorgeschrieben ist. Mediziner oder auch Juristen müssen unter Umständen vergleichsweise viel Zeit in bestimmten Einrichtungen verbringen, damit sie ihr Studium abschließen und ihr Examen machen können. In solchen Fällen hat man im Prinzip keine andere Wahl. Jeder andere Student sollte seine Entscheidung hingegen genau abwägen.