Wie Ihnen der Bildungsurlaub als Arbeitnehmer hilft

Bildungsurlaub vom Arbeitgeber zu verlangen, lohnt sich. Man sollte sich jedoch gut absprechen und keine übertriebenen Forderungen stellen.

Im Grunde gibt es den Bildungsurlaub schon seit geraumer Zeit. Doch erst allmählich spricht es sich herum, dass diese Möglichkeit besteht. Das Interesse an ihr ist immens groß: Viele Arbeitnehmer spielen mit dem Gedanken, diese Form von Sonderurlaub in Anspruch zu nehmen und dementsprechend ein paar zusätzliche freie Arbeitstage zu erhalten. Allerdings müssen die meisten Interessenten einräumen, dass sie nicht wissen, unter welchen Voraussetzungen sie den zusätzlichen Urlaub überhaupt nehmen können bzw. wann sie ein Anrecht darauf haben.

Nicht in jedem Bundesland

Zunächst einmal muss geprüft werden, ob überhaupt die Möglichkeit gegeben ist, Bildungsurlaub zu nehmen. Es ist nämlich nicht so, dass jeder Arbeitnehmer ein Anrecht auf diesen Sonderurlaub hat. Stattdessen kommt es maßgeblich darauf an, in welchem Bundesland er oder sie beschäftigt ist. Die Länder haben nämlich ganz unterschiedliche Regelungen zu diesem Thema getroffen.

Auf der einen Seite gibt es Bundesländer, die gleich mehrere Tage an zusätzlichem Urlaub gestatten, sofern er tatsächlich zur Weiterbildung dient. Aber es gibt leider auch ein paar Bundesländer, in denen kein gesetzliches Anrecht auf den bildenden Urlaub besteht. Ob diese Möglichkeit gegeben ist, steht im so genannten Bildungsurlaubsgesetzt. Wer sich darüber informieren möchte, ob er oder sie den Bildungsurlaub beantragen kann, sollte daher im Gesetz nachsehen. Wichtig dabei: Es gilt unbedingt das Bildungsurlaubsgesetz des jeweiligen Bundeslandes zu überprüfen. Teilweise gilt auch die Bezeichnung Arbeitsnehmerweiterbildungsgesetzt bzw. sind darin entsprechende Informationen zu finden.

Die Weiterbildungsmaßnahme muss zum Beruf passen

Dass das Interesse am Bildungsurlaub so groß ist, hat unter anderem mit der Tatsache zu tun, dass es sich hierbei um einen vollständigen Sonderurlaub handelt. Viele Interessenten nehmen an, sich auf diese Weise relativ leicht und vor allem auch ganz offiziell vom Arbeitsplatz fernhalten zu können. Allerdings sollte man den Sonderurlaub nicht mit klassischem Urlaub oder den Ferien verwechseln. Der Arbeitgeber braucht ihn nämlich nur zu gewähren, wenn eine entsprechende Weiterbildungsmaßnahme besucht wird.

Viele Angestellte und Arbeiter gehen davon aus, bei dieser Wahl relativ frei zu sein. Allerdings darf man sich nicht täuschen. Der Arbeitgeber braucht seine Arbeitnehmer nur dann von der Arbeit freistellen, wenn der Weiterbildungsurlaub auch entsprechend genutzt wird bzw. Teilnahme an arbeitsrelevanten Weiterbildungsprogrammen erfolgt. Hierbei muss ggf. sogar eine unmittelbare Verbindung zum Beruf bestehen.

Wenn ein Arbeitnehmer zum Beispiel plant, in eine vollkommen andere Branche zu wechseln und deshalb den Sonderurlaub nutzen möchte, kann dies zum Problem werden. Der Arbeitnehmer kann sich nämlich darüber erkundigen, welche Art von Weiterbildungsmaßnahme besucht wird.

Bildungsurlaub: Am besten an Softskills arbeiten

Am besten ist es daher, bewusst an Softskills zu arbeiten, indem man beispielsweise Kurse in Kommunikationstraining oder Rhetorik besucht. In fast jedem Arbeitsbereich kann man solches Wissen gebrauchen. Wenn es um tief greifendes Fachwissen bzw. um dessen Erweiterung geht, sieht es unter Umständen schon schwieriger aus, eine Genehmigung oder Erlaubnis vom Chef zu erhalten.

Übrigens gilt es auch die Frage der Kostenübernahme zu klären. Gerade im Hinblick auf diesen Zusammenhang ist es von Vorteil, sich mit dem Arbeitgeber gut zu stellen. Im Normalfall kann der Arbeitgeber nämlich nicht dazu gezwungen werden, die Kosten der Weiterbildung zu übernehmen. Dementsprechend muss der Arbeitnehmer gut verhandeln oder sich schlichtweg nach Weiterbildungsprogrammen bzw. Kursen, Seminaren oder Schulungen umsehen, deren Kosten sich in Grenzen halten, damit sie notfalls auch aus eigener Tasche getragen werden können.