Arbeiten in Indien und Mitarbeiter führen

Wie das Arbeiten in Indien zu erfolgen hat. Manager müssen die indische Kultur berücksichtigen und Mitarbeiter gezielt führen, um selbst erfolgreich zu sein.

Indiens Wirtschaft boomt wie in keinem anderen Land - Indiens Wirtschaftswachstum ist größer als das von China. Mit mehr als einer Milliarde Einwohnern ist Indien die größte Demokratie der Welt und hat sich in den Bereichen IT und Telefon-Dienstleistungen zu der führenden Nation gemausert. Große Anteile haben auch die Automobil-, Textil- und die Pharmaindustrie – weil ausländische Unternehmen Ihre Produktionsstätten nach Indien verlagert haben. Aber auch die Entwicklung von Biotechnologie und alternativer Energie spielt in Indiens Wirtschaft eine große Rolle. Doch der größte Vorteil, vor allem für internationale Unternehmen ist wahrscheinlich der, dass Spezialisten mit fast perfekten Englischkenntnissen für einen Bruchteil des Gehaltes arbeiten, dass sie in Europa oder den USA bekommen würden. Dies hat die Folge, dass immer mehr große Unternehmen ihren Standort nach Indien verlagern oder zumindest einen Teil ihres Unternehmens nach Indien outsourcen.

Auch immer mehr Deutsche werden nach Indien geschickt um dort für globale Unternehmen zu arbeiten. Doch Indien ist nicht Europa - und so treffen deutsche Mitarbeiter immer wieder auf die typischen Vorurteile. Immer wieder heißt es die Inder halten nie ihre Abgabetermine ein und verbindliche Vereinbarungen werden immer wieder ignoriert. Oft ist es schwer indische Mitarbeiter einzuschätzen da sie meist keine eigene Meinung äußern und wenig Eigeninitiative zeigen. Doch vielleicht liegt es gar nicht an den indischen Mitarbeitern? Vielleicht werden hier nur grundlegende Dinge falsch verstanden.

In Indien ist es wichtig eine gute Arbeitsatmosphäre zu schaffen und eine Beziehung zu den anderen Mitarbeitern aufzubauen. Vertrauen spielt für Inder eine große Rolle. Sie verstehen oft nicht warum die Deutschen immer wieder auf geschäftliche Vereinbarungen bestehen, die am besten noch schriftlich festgehalten werden sollen. Ein anderes Problem ist, dass deutsche Mitarbeiter und Führungskräfte es als Zeitverschwendung sehen eine intensivere Bindung zu ihren Kollegen aufzubauen, da die Fluktuation in Indien sehr hoch ist und man immer wieder von vorn anfangen müsste. Doch die indischen Mitarbeiter wollen nicht als kollektiv gesehen werden und ihnen ist ihre individuelle Bindung wichtig.

Oft sehen deutsche Mitarbeiter rot, wenn sie zu zehnten Mal am Tag hören „no problem“ und trotzdem das Gefühl haben, ihr Gegenüber hat gar nicht verstanden was sie gesagt haben. Aber es wurde sehr wohl verstanden - in Indien heißt diese Phrase nichts anderes als „ Ich hab verstanden, dass es Probleme geben könnte und ich werde mein Bestes geben um sie zu meistern. Aber warum willst du denn jetzt schon über Probleme sprechen die noch gar nicht da sind?“ Es muss für sie der Eindruck entstehen als wären wir Deutschen nicht wirklich gut im improvisieren.

Sollten Sie den Plan haben nach Indien zu gehen um dort zu arbeiten, müssen Sie sich vorher intensiv mit dem Thema Kultur und Religion beschäftigen. Doch vor allem seien Sie offen und nehmen Sie sich die Zeit Ihre indischen Kollegen kennen zu lernen. Stellen sie immer wieder Fragen, um zu kontrollieren ob alle Informationen die sie weitergeben wollen auch richtig angekommen sind und halten Sie sich mit Kritik ein wenig bedeckt. Vergessen Sie nicht, Ihre Kollegen haben ein großes Interesse an Ihrer Kultur und sind auch gerne bereit sich ein wenig anzupassen. Wenn Sie es genauso machen werden Sie Indien lieben.