Arbeiten in Frankreich fällt uns Deutschen nicht immer leicht

Wer sich für das Arbeiten in Frankreich entscheidet, sollte sich kulturell gut vorbereiten. Die Franzosen legen auf bestimmte Dinge im Job sehr großen Wert.

Frankreich ist einer der wichtigsten Handelspartner Deutschlands - immerhin 11 Prozent der deutschen Exporte gehen nach Frankreich. Doch obwohl die räumliche Distanz zwischen Deutschland und Frankreich so klein ist gibt es zahlreiche Unterschiede zwischen Frankreich und Deutschland. Wie der französische Philosoph Pascal schon wusste der sagte „Was auf der einen Seite der Pyrenäen richtig ist, kann auf der andern total falsch sein“. Wer in Frankreich arbeiten möchte sollte wissen, dass gerade die kleinen Unterschiede bei Entscheidungsprozessen, bei der Einstellung gegenüber Flexibilität, in Beziehungen und der Kommunikation, einem das Leben sehr schwer machen können.

In Frankreich wird Laissez-fair, laissez-dire ganz groß geschrieben - aber umgesetzt wird ein anderer Stil. Entscheidungen werden nicht durch Teamarbeit und Übereinstimmungen getroffen, sondern einzig und allein der Chef trifft diese. Nicht das nicht jeder seine Meinung äußern dürfte und sich viele unterhaltsame Meetings nur um einen Punkt drehen, aber berücksichtig werden diese in den seltensten Fällen.

Oft haben deutsche Mitarbeiter das Gefühl ihre französischen Kollegen könnten sich nicht auf ein Problem konzentrieren da sie ständig flexibel agieren und auch kein Problem damit haben eine Entscheidung, die sie getroffen haben wieder komplett über den Haufen zu werfen und eine ganz neue Idee aufbauen. Viele Franzosen haben auf der anderen Seite oft den Eindruck, dass ihre deutschen Kollegen zu verbissen bei der Problemlösung sind und flexibler entscheiden müssten.

In französischen Unternehmen spielen Hierarchie Stufe und Funktion einer Person kaum eine Rolle. Denn für viele ist es wichtiger eine engere Bindung zu einer wirklich interessanten Person aufzubauen als die Zeit mit uninteressanten Menschen zu verschwenden. So kann es leicht passieren, dass man vertröstet wird weil der Gesprächspartner zu beschäftigt sei, dabei sitzt dieser wahrscheinlich bei einem netten Kunden oder Kollegen und vertieft die Geschäftsbeziehung.

Wenn man in Deutschland in einem Meeting sitzt, erwartet man zielgerichtete, ausführliche, klare und deutliche Informationen. In Frankreich kann es einem passieren, dass man fast gar keine bekommt, da jeder annimmt man hätte sich schon längst vor dem Meeting auf formellen und informellen Wegen alle nötigen Fakten verschafft.

Deutsche Mitarbeiter gehen mit dem Begriff Vertrauen oft sehr rational um. Kollegen die ihren Job gut erfüllen und die einem selbst wahrscheinlich auch vertrauen, werden oft als vertrauenswürdig eingeschätzt. In Frankreich spielt es keine Rolle ob man seinen Job gut macht oder nicht, hier entsteht Vertrauen nur aus persönlichen Beziehungen und dem subjektiven empfinden dem Kollegen gegenüber.