Arbeiten in China ist für europäische Manager eine große Herausforderung

Europäische Manager erleiden in Asien meist einen Kulturschock. Wir zeigen wie Arbeiten in China zum Erfolg wird und der Einstieg ins Berufsleben gelingt.

Die Faszination für die Kultur des anderen ist sowohl auf der deutschen als auch auf der chinesischen Seite sehr groß. Für die westliche Welt ist China eine der größten Produktionsstätten – und das nicht nur im Bereich der Technologie- und Textilbrache. Deshalb wird für viele Unternehmen ein Firmensitz in China immer interessanter. Vor allem durch die niedrigen Lohnkosten lockt China Unternehmen in das eigene Land - die jährlich bis zu 50 Milliarden Dollar investieren. So wächst der chinesische Einfluss stetig und Kritiker befürchten immer mehr, dass durch dieses Verhalten der Unternehmen zu viele Arbeitsplätze an den heimischen Arbeitsmärkten verloren gehen. Zudem kommt es oft zu Problemen, da chinesische Unternehmen die Rechte an geistigem Eigentum nicht akzeptieren und sich dieses einfach aneignen. Dadurch entstehen westlichen Unternehmen Schäden in Millionenhöhe. Das alte Klischee vom bescheidenen Chinesen hat sich in das des selbstsicheren und aggressiven Geschäftsmanns gewandelt. Und die Wirtschaft gibt diesem Klischee Recht, immer mehr traditionelle Unternehmen werden von schnell boomenden chinesischen Unternehmen übernommen.

Aber auch die asiatische Welt hat Vorurteile und sieht oft nur den Gewinn den deutsche Unternehmen durch ihr Joint Ventures in China erzielen. Oft bleibt für die chinesischen Partner nicht mehr viel übrig nachdem sie gezwungen wurden hohe Preise für Bauteile, europäisches Know-how, technische Anlagen und Maschinen sowie Lizenzen für zertifizierte Zulieferer zu zahlen.

Trotzdem lassen sich gerade immer mehr deutsche Unternehmen in China nieder und schicken immer öfter deutsche Mitarbeiter direkt ins Land er Mitte um dort zu arbeiten. Ohne gute Vorbereitung ist ein Kulturschock vorprogrammiert und das Scheitern der Zusammenarbeit schon so gut wie sicher. Auch die große sprachliche Hürde trägt nicht gerade dazu bei die Zusammenarbeit zu erleichtern. Außerdem haben viele westliche Mitarbeiter oft ein Problem mit der extremen Kurzlebigkeit in China, dort laufen die Uhren eben manchmal anders.

China, das Land des Lächelns

Die Alltagsprobleme beginnen direkt nach der Unternehmensgründung. Deutsche Unternehmen haben oft das Gefühl, dass der chinesische Joint Venture Partner keine Verantwortung übernehmen möchte. Doch dies ist ein großer Irrtum, die andere Seite hat gar nicht das Gefühl das man ihnen Verantwortung übertragen hat sondern sehen nur, dass sie sich an enge Rahmenbedingungen halten müssen und nicht die Möglichkeit haben sich an der Strategie oder dem Prozess beteiligen zu können. Die Konsequenz daraus ist einfach - meist hält man sich nicht an Vorgaben, da sie überflüssig und zu zeitaufwendig erscheinen.

Völlig verwirrend muss es für Chinesen sein, wenn der deutsche Chef auf die Idee kommt Aufgaben und Entscheidungen an Mitarbeiter zu delegieren. Sie denken, dass Manager dafür bezahlt werden klare Anweisungen zu geben und ihre Entscheidungen alleine treffen sollen.

Bei Geschäftsterminen kommt es auch immer wieder zu Problemen. In China ist es nicht üblich verschiedene Problematiken im Team zu besprechen und so passiert es nicht gerade selten, dass Mitarbeiter zu spät oder sogar gar nicht bei den Meetings erscheinen. Außerdem sind Meetings an denen der Chef nicht teilnimmt, vollkommen unbegründet nach deren Einstellung.

Auch bei der Kommunikation treten neben den sprachlichen Schwierigkeiten immer wieder andere Hindernisse auf. Die deutsche Eigenschaft sehr direkt zu sein wirkt auf chinesische Mitarbeiter oftmals abschreckend. Sie halten sich mit deutlicher Kritik immer zurück und zeigen ihre Ablehnung eigentlich nur durch Schweigen oder im schlimmsten Fall dadurch, dass sie eine Zusammenarbeit boykottieren.

Der offensichtlichste Unterschied durch den es immer wieder zu Schwierigkeiten kommen kann, sind wahrscheinlich die unterschiedlichen Büro- und Arbeitszeiten. In China ist es nicht unüblich, dass der Chef beschließt am Wochenende zu arbeiten – was natürlich auch für alle anderen Mitarbeiter gilt. Die meisten sind 24 Stunden am Tag erreichbar und verbringen auch ihre Freizeit im Büro. Auch nach“ Feierabend“ wird viel Zeit mit den chinesischen Kollegen verbracht und es ist nicht selten, dass wirklich wichtige Geschäfte erst spät am Abend in einer Karaoke-Bar geschlossen werden.