Mangel an Ingenieuren wird größer

Im Bereich der Ingenieure wird der Fachkräftemangel immer größer. Zu wenige Absolventen aus den Ingenieurswissenschaften kommen heutzutage nach.

Der so genannte Fachkräftemangel ist bereits seit Jahren ein Thema. Die gilt besonders für den Bereich der Ingenieurberufe: Zunehmend mehr Unternehmen müssen einräumen, dass sie händeringend nach Ingenieuren suchen, diese auf dem Arbeitsmarkt jedoch nicht finden können. Viele Stellen bleiben unbesetzt, was für die Unternehmen bedeutet, Marktpotentiale nicht ausnutzen zu können.

Wie der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) berichtet, wird der Ingenieurmangel in diesem Jahr ein neues Rekordhoch erreichen. Im vergangenen Jahr gelang es den deutschen Unternehmen nicht, 36.000 Ingenieurstellen zu besetzen. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Anstieg von 2.000 Stellen. Allerdings soll es das noch nicht gewesen sein. Die Prognosen des VDI sind alles andere als rosig. Man geht davon aus, dass 65.000 Ingenieursstellen in diesem Jahr nicht besetzt werden können.

Einem aktuellen Beitrag des Handelsblatt ist zu entnehmen, dass als eine der größten Ursachen des Fachkräftemangels eine unzureichende Anzahl an Absolventen aus den Ingenieurswissenschaften auszumachen ist. Zwar nimmt die Anzahl der Studenten in den Ingenieurswissenschaften deutlich zu (laut VDI hat die Anzahl der Absolventen in 2010 gegenüber dem Vorjahr um 9 Prozent zugelegt), jedoch kann dieser Anstieg die hohe Nachfrage der Unternehmen trotzdem nicht decken. Zumal ein weiteres Problem darin besteht, dass deutlich mehr Ingenieure aus dem Berufsleben ausscheiden, als nachrücken.

Ein Thema, das vom VDI nicht angesprochen wurde, ist die Tatsache, dass es zunehmend mehr Hochschulabsolventen in das Ausland zieht. Während des Studiums wird den jungen Ingenieuren (dies gilt aber auch für ganz andere Studiengänge) deutlich gemacht, wie wichtig es heutzutage ist, Praktika im Ausland zu absolvieren. Etliche Studenten machen deshalb ein Auslandspraktikum und sind im Anschluss so sehr begeistert, dass sie die Entscheidung treffen, dort im Ausland arbeiten zu wollen.

Die Abwanderung von Fachkräften ins Ausland stellt heutzutage ein Problem dar, das als sehr ernst zu nehmen gilt. Noch nie zuvor sind so viele gut ausgebildete Absolventen in das Ausland gegangen. Zwar kehren sie teilweise wieder zurück, doch alles in allem ist der Anteil derer, die im Ausland bleiben, recht groß.

Abschließend sei angemerkt, dass das starke Wirtschaftswachstum seinen Beitrag zur Problematik bei der Stellenbesetzung leistet. Nicht nur Ingenieure werden von den Arbeitgebern händeringend gesucht. Auch im Bereich der Hilfskräfte ist mittlerweile festzustellen, dass die Nachfrage nicht befriedigt werden kann. Allerdings muss im selbem Atemzug angemerkt werden, dass heutzutage auch an Hilfskräfte vergleichsweise hohe Anforderungen gestellt werden. Dies ist auch einer der Hauptgründe, weshalb die Arbeitslosigkeit trotz großem Personalbedarf nur geringfügig abnimmt.