Rechtsgrundlagen für Arbeitszeugnisse

Beim Ausstellen von Arbeitszeugnissen dürfen sich Arbeitgeber und Chefs nicht alles erlauben. Wir stellen Ihnen die Rechtsgrundlagen / Paragraphen vor.

Die wichtigste Rechtsgrundlage für Arbeitszeugnisse bilden der Paragraph 630 Bürgerliches Gesetzbuch sowie Paragraph 109 der Gewerbeordnung und Paragraph 16 des Berufbildungsgesetzes.

Rechtsgrundlagen für Arbeitszeugnisse welche Aspekte sind gesetzlich verankert?

Hier wird geregelt, dass jeder Arbeitnehmer, egal in welchem Anstellungsverhältnis er steht, den Anspruch auf ein Arbeitszeugnis hat. Dieses Arbeitszeugnis darf nur schriftlich und in Papierform ausgestellt werden. Inhaltlich muss die Dauer der Anstellung und das Dienstverhältnis festgehalten werden. Auf Verlangen hat der Arbeitnehmer einen Anspruch auf ein qualifiziertes Arbeitszeugnis, welches dann auch noch die Leistungen und Führung des Mitarbeiters genau qualifizieren muss.

Arbeitszeugnisse müssen klar und verständlich formuliert werden, und dürfen keine Formulierungen oder Merkmale beinhalten, die nicht deutlich definierbar sind und den Zweck haben negative Aussagen über den Mitarbeiter zu machen.

Für den Zeugnisanspruch kommt es nicht darauf an, wer und in welcher Weise das Arbeitsverhältnis gekündigt hat. Einzig die Dauer des Arbeitsverhältnisses kann beeinflussen, ob ein einfaches oder ein qualifiziertes Arbeitszeugnis ausgestellt werden kann. Ist der Arbeitnehmer mindestens sechs Wochen im Unternehmen beschäftigt, so hat er Anspruch auf ein qualifiziertes Arbeitszeugnis. Ausstellen, darf es nur eine Ranghöhere Person und auch nur, wenn er die offizielle Vertretung vom Chef ist.

Anspruch auf ein Arbeitszeugnis hat man ab dem Moment der Kündigung des Arbeitsverhältnisses. Doch wird vom Arbeitgeber kein Arbeitszeugnis verlangt, wird er aller Wahrscheinlichkeit nach auch keines ausstellen, da dies mit einem entsprechenden Arbeitsaufwand verbunden ist.

Auch wenn nach der Kündigung des Arbeitsverhältnisses noch ein Arbeitsprozess läuft, hat der Arbeitnehmer Anspruch auf ein Endzeugnis. Der Arbeitgeber muss ihm dieses gewähren, da man erstmal von der Beendigung des Arbeitsverhältnisses ausgegangen wird.

Es gibt verschiedene Gründe weshalb der Arbeitgeber ein Arbeitszeugnis ausstellen muss - auch wenn das Arbeitsverhältnis nicht gekündigt wurde.

So kann jeder Arbeitnehmer ein Arbeitszeugnis beantragen, wenn er eine Kündigung in Aussicht gestellt bekommen hat, zum Beispiel bei drohenden Massenentlassungen. Aber auch wenn er ein Zeugnis für einen Fortbildungskurs oder eine Weiterbildungsmaßnahme benötigt. Eine Versetzung in einen anderen Arbeitsbereich oder einen anderen Ort berechtigt den Arbeitnehmer ebenfalls dazu ein Arbeitszeugnis zu beantragen. Auch wenn der direkte Vorgesetzte gewechselt hat oder wechseln wird, oder aufgrund von organisatorischen Änderungen im Unternehmen, muss der Arbeitgeber auf Wunsch ein Arbeitszeugnis ausstellen. Sollte der Arbeitnehmer sich für eine neue Stelle beworben haben - sowohl innerhalb des Unternehmens als auch extern - muss der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer auf Wunsch ein Arbeitszeugnis ausstellen.

Der Anspruch auf ein Arbeitszeugnis erstreckt sich allerdings nur darauf, dass das Arbeitszeugnis ausgestellt und für die Abholung bereit gelegt wird, nicht aber, dass der Arbeitgeber das geforderte Arbeitszeugnis dem Arbeitnehmer zusendet.