Die Postkorbübung gekonnt angehen und meistern

Vor der Postkorbübung braucht man keine Angst zu haben. Die richtige Lösung gibt es meist gar nicht. Wichtig ist es, Prioritäten zu erkennen und zu setzen.

Wer zum Assessment Center (AC) eingeladen wird, hat allen Grund zur Freude: Es wird einem die Chance gegeben, die eigenen Leistungen unter Beweis zu stellen und einen potentiellen Arbeitgeber zu überzeugen. Auf der anderen Seite ist ein AC kein Spaziergang. Zahlreiche Aufgaben müssen gemeistert werden, was manchmal leichter gesagt als getan ist.

Eine ganz typische Aufgabe, mit der man als Teilnehmer relativ häufig konfrontiert wird, ist die so genannte Postkorbübung. Sie ruft unter zahlreichen Teilnehmern große Ängste hervor, obwohl sie gar nicht so schwierig zu meistern ist. Auf vielen Ratgeberseiten wird Panik gemacht oder Kommilitonen berichten von schweren Fällen. Doch eigentlich ist die Übung gar nicht so schwierig.

Ziel der Postkorbübung

Die Aufgabe für den Teilnehmer besteht darin, einen Postkorb zu ordnen bzw. diesen zu bearbeiten und meist einen Zeitplan zu erstellen. Der Korb beinhaltet ca. 20 Briefe (immer häufiger wird am Computer getestet und dort gilt es mit Emails zu arbeiten) zu bearbeiten. Damit ist gemeint, die Informationen zu erfassen und anschließend eine Entscheidung zu treffen.

Im Wesentlichen geht es darum, dass die Briefe unterschiedliche Aufgaben enthalten. Das Ziel ist es, sämtliche Aufgaben zu erfassen und dann eine Lösung zu finden, um die Aufgaben allesamt richtig anzugehen. Hierbei geht es vor allem um das Setzen von Prioritäten. Wenn zum Beispiel eine Aufgabe darin besteht, einen wichtigen Abgabetermin einzuhalten und die andere Aufgabe darin, ein Vorstellungsgespräch zu führen, würde der Manager mit hoher Wahrscheinlichkeit den Abgabetermin priorisieren und beispielsweise den Bewerber zu einem anderen Zeitpunkt erneut einladen.

Tricks und Kniffe

Im Grunde ist die Aufgabe relativ simpel gehalten. Der Bewerber muss zeigen, dass er Aufgaben schnell erfassen und sie anschließend beurteilen und mit einer Priorität versehen kann. Schwierig wird es nur dadurch, dass sich die Aufgaben bzw. deren Zeitfenster überschneiden - und dann gilt es Entscheidungen zu treffen.

Viele Bewerber sind der Meinung, dass es eine optimale Lösung gibt, um sämtliche Aufgaben unterbringen zu können. Allerdings darf man sich nicht täuschen: So manche Postkorbübung ist absichtlich so konzipiert, dass sie nicht komplett richtig gelöst werden kann. Der Bewerber soll seine Fähigkeiten unter Beweis stellen und dann beispielsweise rechtfertigen, weshalb er diese oder jene Entscheidung getroffen hat. Sofern man die Aufgaben richtig erfasst, dürfte es nicht schwer fallen, seine Entscheidungen zu rechtfertigen. Es kann auch vorkommen, dass es aufgrund von Überschneidungen erforderlich ist, gewisse Aufgaben bzw. Briefe auszusortieren.

Übung kann eine große Hilfe sein

Ob man sich hierauf gezielt vorbereiten möchte oder nicht, hängt von den eigenen Fähigkeiten ab. Es Leute, die Aufgaben dieser Art spielend meistern. Sollte man nicht dazu gehören, bietet es sich an, Fachliteratur zu kaufen. Es gibt Bücher, in denen man Tipps zum Assessment Center findet und in denen beispielsweise auch die Postkorbübung beschrieben wird. Gute Bücher umfassen sogar Aufgaben mit Beispielen und Musterlösungen, damit man sich das Prinzip aneignen kann.

Einigen Teilnehmern hat das Üben mit der Fachliteratur geholfen, anderen wiederum nicht, weil sie dies nicht nötig hatten. Wer verunsichert ist, sollte ruhig auf diese Weise üben: Die Vorbereitung schadet nicht, wobei einem klar sein sollte, dass im eigenen AC bzw. im Rahmen der Übung mit Sicherheit andere Aufgaben zu meistern sind.