Was ein Arbeitszeugnis über Sie tatsächlich aussagt

Erfahren Sie, weshalb das Arbeitszeugnis beim Bewerben so wichtig ist, was darin stehen kann und was es über einen Bewerber im Endeffekt aussagt.

Jeder Arbeitnehmer hat nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses Anspruch auf ein Arbeitszeugnis. Hier wird zwischen dem einfachen und dem qualifizierten Arbeitszeugnis unterschieden. Ersteres enthält lediglich Angaben über die Art und die Dauer der Beschäftigung. Dieses Zeugnis muss jeder Arbeitgeber ausstellen, auch wenn der Mitarbeiter nur eine sehr kurze Zeit beschäftigt war. Das qualifizierte Arbeitszeugnis hingegen, enthält die genaue Beurteilung der Leistung und der Führung des Arbeitnehmers. Hier gilt jedoch, dass ein solches Zeugnis nur ausgestellt werden kann, wenn der Mitarbeiter eine gewisse Zeit im Unternehmen gearbeitet hat. Diese Dauer genau zu beziffern ist nicht leicht, dennoch gab es schon Gerichte, die entschieden haben, dass eine Beschäftigungsdauer von sechs Wochen reicht, um Anspruch auf ein qualifiziertes Arbeitszeugnis zu haben. Der Anspruch auf ein Zwischenzeugnis, ist gesetzlich leider nicht geregelt und kann somit vom Arbeitgeber auch abgelehnt werden.

Generell haben alle Mitarbeiter einen Anspruch auf ein Zeugnis, egal ob man Praktikant, Aushilfe, Heimarbeiter, Leiharbeiter oder Festangestellter ist. Auch ist es nicht wichtig, wer das Arbeitsverhältnis beendet hat, denn das einzige Kriterium, das entscheidet welche Art von Arbeitszeugnis man ausgestellt bekommt, ist ausschließlich die Beschäftigungsdauer.

Der Arbeitnehmer hat das Recht ein qualifiziertes Arbeitszeugnis abzulehnen, wenn dies ohne seinen ausdrücklichen Wunsch ausgestellt wurde. Außerdem wird ihm die Möglichkeit geboten zu klagen, falls der Arbeitgeber die Anfertigung des Zeugnisses verweigern sollte. Auch bei unwahren Sachverhalten oder zweideutigen Formulierungen hat der Arbeitnehmer das Recht, vor Gericht zu gehen und dort eine Neuanfertigung zu beantragen. Hierbei kann der Arbeitnehmer sogar einen Schadensersatz ausgesprochen werden, sollte sich feststellen, dass der Arbeitgeber ein falsches Arbeitszeugnis ausgestellt hat.